
2027
Liepaja & Evora


Liepaja & Evora
Kurzprofil & Fakten
Liepaja und Evora sind die Europaeischen Kulturhauptstaedte 2027 — von der Ostsee bis zum Alentejo.
Thema: (un)rest / VAGAR
Status: upcoming
- • Titeljahr: 2027
- • Liepaja-Motto: (un)rest
- • Evora-Motto: VAGAR
Bildhinweis
Fotoquelle: Foto: Kulmalukko, Wikimedia Commons (CC BY 3.0). Lizenz-/Attributionsstatus siehe BILDQUELLEN.md.
Bericht
2027 fuehrt das ECoC-Programm an zwei Enden Europas: Liepaja an der lettischen Ostseekueste und Evora im suedportugiesischen Alentejo. Die beiden Staedte koennten geografisch und klimatisch kaum unterschiedlicher sein — und genau darin liegt die Staerke dieses Jahrgangs.
Liepaja, mit rund 70.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die drittgroesste Stadt Lettlands, liegt direkt an der Ostsee und traegt den Titel unter dem Motto „(un)rest". Die Stadt hat eine bewegte Geschichte: einst als russischer Militaerstuetzpunkt genutzt, kaempfte sie nach der Unabhaengigkeit Lettlands mit Abwanderung und wirtschaftlichem Niedergang. Heute reinventiert sie sich als Kulturstadt.
Das Liepaja-Programm verarbeitet die Spannung zwischen Unruhe und Aufbruch. Kunst- und Musikprojekte bespielen die ehemaligen Militaerareale, die historische Strandpromenade wird zur Galerie, und die starke lokale Musikszene — Liepaja gilt als Rockhauptstadt des Baltikums — bekommt eine europaeische Buehne. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit anderen Ostseesteedten und der lettischen Diaspora.
Evora im suedportugiesischen Alentejo hat ein voellig anderes Profil. Die Stadt mit 56.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist UNESCO-Welterbe: roemische Tempel, mittelalterliche Stadtmauern und eine renommierte Universitaet praegen das Bild. Unter dem Motto „VAGAR" — portugiesisch fuer „umherschweifen" — setzt Evora auf die Verbindung von Langsamkeit, Tradition und zeitgenoessischer Kreativitaet.
Das Evora-Programm entwickelt Kulturangebote in der gesamten Alentejo-Region. Dorffestivals, Landart-Projekte und kulinarische Kulturerlebnisse bringen Kunst dorthin, wo sie selten stattfindet — in den laendlichen Raum. Gleichzeitig nutzt die Stadt ihre historische Substanz als Buehne fuer Installationen und Performances.
Beide Staedte verbindet die Erfahrung, an der europaeischen Peripherie zu liegen. Der ECoC-Titel gibt ihnen die Chance, sichtbar zu werden und zu zeigen, dass kulturelle Vielfalt gerade an den Raendern Europas besonders lebendig ist.