2029

Kiruna & Lublin

Kiruna & Lublin - Kiruna
Kiruna & Lublin - Lublin
Kiruna
Lublin
Kiruna|Foto: Erik Frohne, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Schweden / Polen

Kiruna & Lublin

Kurzprofil & Fakten

Kiruna und Lublin treten 2029 als Kulturhauptstaedte an — vom arktischen Norden bis ins Herz Ostpolens.

Thema: RE:UNION / arktische Transformation

Status: upcoming

  • Titeljahr: 2029
  • Lublin-Motto: RE:UNION
  • Kiruna als ECoC-Pionier im hohen Norden

Bildhinweis

Fotoquelle: Foto: Erik Frohne, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0). Lizenz-/Attributionsstatus siehe BILDQUELLEN.md.

Bericht

Das ECoC-Jahr 2029 vereint zwei Staedte, die unterschiedlicher kaum sein koennten: Kiruna im schwedischen Lappland und Lublin im Osten Polens. Beide stehen fuer Europas Vielfalt an den Raendern — und fuer die Kraft von Kultur als Werkzeug des Wandels.

Kiruna ist ein Sonderfall in der Geschichte der Kulturhauptstaedte. Die noerdlichste Stadt Schwedens (18.000 Einwohner) befindet sich mitten in einem beispiellosen Transformationsprozess: Die gesamte Innenstadt wird verlegt, weil der Eisenerzabbau den Boden unter den Gebaeuden hat absacken lassen. Haeuser werden auf Schwerlasttransportern umgesiedelt, ganze Strassenzuege verschwinden und entstehen anderswo neu.

Dieses einzigartige Szenario macht Kiruna 2029 zu einer Kulturhauptstadt, die Transformation nicht nur thematisiert, sondern physisch durchlebt. Das Programm verbindet Fragen der Stadtplanung und Architektur mit samischer Kultur, arktischer Kunst und der existenziellen Frage: Was bedeutet Heimat, wenn sich der Boden unter den Fuessen buchstaeblich bewegt?

Lublin bringt eine voellig andere, aber ebenso kraftvolle Geschichte mit. Die ostpolnische Stadt mit 340.000 Einwohnerinnen und Einwohnern war einst ein Zentrum juedischen Lebens in Europa — die Lubl des Talmuds. Der Holocaust hat diese Tradition vernichtet. Lublin 2029 traegt den Titel unter dem Motto „RE:UNION" und stellt die Frage, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt in einer Zeit der Spaltung und des Vergessens neu geschaffen werden kann.

Das Lubliner Programm ist stark auf Erinnerungskultur und interkulturelle Begegnung ausgerichtet. Es verbindet die juedische Geschichte der Stadt mit ihrer heutigen Rolle als wichtiger Universitaetsstandort und Anlaufpunkt fuer Gefluechtete aus der Ukraine. Kultur wird hier als Werkzeug des Wiederzusammenfindens verstanden — zwischen Generationen, Nationen und Erinnerungsschichten.

Beide Staedte zeigen 2029, was das ECoC-Programm im besten Fall sein kann: nicht nur Unterhaltung und Tourismus, sondern ein Rahmen fuer die Auseinandersetzung mit den grossen Fragen unserer Zeit.